• Stilles Örtchen • 1:22,5 • Marcel Ackle • 01 Bauphase •

Das Drumherum fürs stille Örtchen...

... besteht aus Wildwuchs und einem kleinen Weglein mit zwei Trittstufen.
Wie man ein solches Kleindiorama im Massstab 1:22,5 machen könnte,
zeigt Marcel Ackle in diesem Beitrag.

Modellbau und Fotos: Marcel Ackle | Text: Bruno Kalberer

Aus Pappelsperrholz von 6mm Dicke wird zuerst ein Kasten für das Geländestück gebaut. Im vorliegenden Falle braucht es ein Grundbrett von 11x15cm sowie vier, entsprechend der topografischen Situation zugeschnittene Seitenwände. Die Teile werden mit Weissleim zusammengefügt. Aus Hartschaumplatten entsteht der Untergrund für die Geländestruktur.
Sind wir mit der Geländeform zufrieden, wird das Ganze mit einem Gipsbrei überstrichen.
Aus Holzleistchen werden durch Zuschneiden, Schnitzen, Einritzen Schwellenhölzer gebastelt. Zur Erzielung einer Holzmaserung eignet sich gut eine Drahtbürste. Diese als Treppenstufen dienenden Hölzer werden anschliessend mit Wasserfarben gefärbt. Zur weiteren Verwitterung lohnt sich die Verwendung von Trockenfarben.
Ist man mit dem Resultat zufrieden, werden die Schwellen zusammen mit dem Stein vom letzten Sonntagsspaziergang platziert, und mit wenig Gips gleicht man die Übergänge aus.
Trittschwellen bei Fusswegen werden häufig mit eingeschlagenen Rundeisen gehalten. Im vorliegenden Modell dienten dazu kurze Stücke Messingdraht, welche brüniert wurden. Alternativ kann man sie auch mit Humbrol-Farben bemalen. Nun erhält die ganze Gipslandschaft mittels brauner und schwarzer Abtön-Dispersionsfarbe einen Anstrich.
Während die Farbe austrocknet, besorgen wir uns etwas ausgesiebten Sand entweder aus dem Fachgeschäft oder vom letzten Spaziergang entlang der Aare. Auf der entsprechenden Fläche wird dann Weissleim aufgetragen und Sand sowie einzelne kleine Kieselsteinchen aufgestreut.
Inzwischen haben wir aus Holzprofilen einen Boden fürs
Klo-Häuschen gebastelt und wie oben beschrieben verwittert. Auch hier gilt wiederum: In der Natur beobachten, ausprobieren, kritisch betrachten und wieder probieren. Mit der Zeit sehen dann die Hölzer aus, wie wenn sie verschmutzt, vom Regen ausgewaschen und von der Sonne wieder getrocknet wurden. In unserem Falle kam vor allem weisse und schwarze Wasserfarbe zum Einsatz. Das kleine Aststückchen, welches Fido beim Spaziergang apportiert hat, wurde ebenfalls noch aufgeklebt.
Nun erfolgt der erste Auftrag von Bewuchs. Zur Anwendung gelangte Heki-flor und Heki-Wildgras.
Anschliessend wurde noch etwas gesiebter und gebrannter Humus aus dem eigenen Garten aufgeleimt. Die Schieferplatten sind wirklich aus einem Schieferstein, der mit dem Hammer zertrümmert wurde. Farbige Blumenblüten sind kleine, mit einem Pinsel aufgetragene Tupfer von unverdünnter Wasserfarbe aus der Tube.
Für die Darstellung kleiner Buschpflanzen wurde der heimische Garten durchsucht, einige Wucher-Unkräuter ausgerissen und auf dem Flachbettscanner eingelesen. Im Bildbearbeitungsprogramm wurden die typischen Umrisse herausgearbeitet und 22,5-fach verkleinert. Das auf dem PC zu Stauden montierte Bild diente als Vorlage für einen Ätzauftrag in 0,03mm dickem Edelstahlblech. Die geätzten, zurechtgebogenen Pflanzen wurden mit Tamiya-Dosen-Sprühlack grün gefärbt und in vorgebohrte, kleine Löcher geklebt.
Auf dem Foto sehen wir rechts eine mit Messer und Drahtbürste behandelte und gebeizte Wand. Und links ist das Gegenstück bereits mit weisser und schwarzer Wasserfarbe behandelt. Beim Bau ging ein Brett in Brüche. Um einen minimalen Sichtschutz zu gewährleisten, hat jemand ein Tuch in die Lücke gestopft. Im Modell besteht dieses aus einer Lage Haushaltpapier, welche zerknüllt und farblich behandelt wurde.
So als kleine Fingerübung für Zwischendurch und damit das Löten nicht in Vergessenheit gerät, stellen wir noch die beiden Scharniere aus wenig Messingrohr, -streifen und -draht her.