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Monarch Branch

Rare Bilder aus der ganz frühen Bauzeit.

Modellbau, Text und Fotos: Fred Kiener

Begonnen hat alles im Jahre 1984. Damals war ich meiner H0-Bahn überdrüssig und
dem Verleider am Hobby sehr nahe. Der Grund war einfach: stundenlanges
Zusammensuchen meiner unzähligen in Kartonschachteln gelagerten Loks und Wagen,
um endlich ein bizzeli Betrieb zu machen. Zu viele eingelagerte Modelle – und wo
liegt der Sinn dahinter. Die H0-Anlage wurde bald darauf abgebaut und ich nahm mir
die Auszeit zum überlegen, was mir am Hobby Modellbahn überhaupt noch Spass
macht. Schon bald waren meine Gedanken nach Colorado gerichtet und mir wurde klar,
dass eine neue Philosophie und Strategie her musste, um erneut den Spass
an meinem Steckenpferd zu entfachen.

Als Jugendlicher baute ich am liebsten Modelle. Bald wurde mir klar, dass nur der
Selbstbau der Weg zu meinem inneren Glück sein konnte, und sich als Folge daraus
ein Wechsel zu einer grösseren Spur anbahnte. Ermuntert durch Beat Hug (Old Pullman)
kam ich in den Besitz seines damaligen 0n3-Kreisovales, das vor Jahren an den
Modelltagen in Rohrschach als Firmenanlage diente. Leider war diese Anlage so immens
riesig für meine Familienwohnung, dass sie nur als Materialspender für Gleisprofile
herhalten konnte, und deshalb zerlegt wurde.

Nun, meine Philosophie damals war: einfacher, geruhsamer, gepflegter und
besonnener Modellbau. Kurz gesagt: in der Einfachheit liegt die Würze.

Da ich bis zur Planung Ende 1984 noch nie in Amerika war, musste ich mich mit
der Recherche in Büchern, Zeitschriften und – damals fast noch ein Novum – auch
aus Videos begnügen. Baubeginn war Anfangs 1986, und es dauerte fast 3 Jahre,
bis mein Werk vollendet war.

Die Idee zu meiner Monarch Branch enstand aus der Vorgabe, auf wenig Platz
eine grosse Spur zu bauen. Waren es doch Bücher wie "The Gilpin Gold Tram"
oder "Trails Among The Columbine", die manch gute Farbilder als Modellvorlagen
hergaben. Nach dem Studium all meiner Bücher war für mich dann auch klar,
dass Colorado hauptsächlich aus Felsen und Goldminen besteht.

Als Vorbild für die kleinere Mine diente "The Last Chance Mine on Bachelor Hill".
Und die Inspiration für die grosse Mine fand ich auch in Creede, nämlich
"The Giant Humphrey Mill". Die Tunneleingänge liegen vorbildmässig irgendwo
auf der Strecke der "Cumbres & Toltec Scenic Railroad". Nach der Ausfahrt
aus Durango in Richtung Chama fand ich das Vorbild für meine Trestle.

Segment 4: Der Grundrahmen besteht aus 19mm T-Span.
Die massive Bauweise war notwendig wegen den später zu bauenden Gipsfelsen.
Rechts im Bild ein optischer Versuch, wie gross ein Gebäude im Massstab 1:48 wirkt.
Auf dem zweiten Segment ist sehr schön zu sehen, wie die Landschaft mit Kartonstreifen grob vormodelliert wurde. Darüber kommt danach eine Schicht Gipsbinden.
Längssicht über die Anlage. Ursprünglich war geplant ein Dreischienengleis zu verlegen. Was ja nicht unüblich war bei der D&RGW. Doch ich entschied mich dagegen, weil die Vollspur-Fahrzeuge einfach zu gross und zu dominant waren auf meiner kleinen Anlage. Sicht über das erste Segment auf die weiteren Anlagenteile 2 bis 4.
Unterdessen ist auch die Brücke betriebsbereit und vorsichtig in die Umgebung eingebettet.
Rechts im Bild gut sichtbar die Schnittstelle zwischen den beiden Segmenten 3 und 4.
Am unteren Bildrand ist mein selbstgebautes Fahrpult zu sehen. Der damaligen Zeit entsprechend analog aufgebaut. Links davon das Sound System von PFM.
Oberhald der Fahrstrecke: endlich Felsen im Rohbau!
Schlichte Verdrahtung der Anlage: einfach, dafür problemlos – genau nach meiner Philosophie. Was sich auch an der Convention 1988 mit tadellosem Betrieb gezeigt hat.