• Biberwiler Eisenbahngesellschaft • H0 • Bruno Kalberer • 01 Geschichte der B.E.G. •

Aus der Geschichte der B.E.G.

Von Oktober 1989 bis April 1990 veröffentlichte "Die Modell-Eisenbahn", wie
LOKI damals hiess, eine mehrteilige Serie über Planung, Bau und Betrieb einer
kleinen Nebenbahnanlage. Die B.E.G., die Biberwiler Eisenbahngesellschaft.

Illustrationen, Modellbau, Fotos und Text: Bruno Kalberer

Als Erinnerung hier diese Nebenbahngesellschaft in einem kleinen Portrait:

Biberwil, heute eine Kleinstadt von 28'000 Einwohnern, liegt am Zusammenfluss der Bibern und der Fuchsau im Dreiländereck Emmenthal-Bayern-Jura. Gewerbe und etwas Industrie haben aus dem ehemaligen Marktflecken der Kurfürsten von Dachsenburg einen aufstrebenden Ort gemacht. Die Bewohner sind nicht nur für ihre Lebensfreude sowie ihren sprichwörtlichen Humor bekannt, sie gelten ausserdem als ausgesprochen aufgeschlossen gegenüber Neuem.
Einen wichtigen Aufschwung erlebte die Stadt als sie mit der Gründung der Kurfürstlich-Dachsenburgischen Eisenbahngesellschaft (K.f.D.E.G.) an die Königlich Bayerische Staatseisenbahn einerseits und an das Schweizerische Zentralbahnnetz anderseits angeschlossen wurde. Biberwil wurde dadurch nicht nur wichtiger Güterumschlagplatz, nein – auch Feriengästen und Sonntagsausflüglern wurde das Städtchen Ausgangspunkt für Reisen ins landschaftlich reizvolle Biberwiler Hinterland.
Mehr und mehr nahm mit der Zeit das Transportvolumen von Land- und Forstwirtschaftsprodukten zu. Die verschiedenen Pferdefuhrhalter waren nicht mehr in der Lage, die anfallenden Transportaufgaben zu bewältigen.

Deshalb bildete sich 1908 ein "Comitee zur Gründung der Biberwiler Eisenbahngesellschaft". Dieses setzte sich zum Ziel, die Dörfer des Biberwiler Hinterlandes mit einer Lokalbahn zu erschliessen, um den stetig wachsenden Güter- und Personenverkehr zu bewältigen. Die Idee stiess bei der fortschrittlichen Bevölkerung auf fruchtbaren Boden. Bereits ein knappes Jahr später wurde das renommierte Büro von Prof. Dr. Ing. Otto Rehbauch, königlicher Staatsbahningenieur in München, mit der Ausarbeitung eines Projektes betraut: Die Biberwiler Eisenbahngesellschaft (B.E.G.)
Um die Kosten niedrig zu halten, verzichtete das Rehbauch'sche Projekt darauf, die Bahn bis in den Biberwiler Bahnhof zu führen. Stattdessen war vorgesehen, die schon bestehende, dem Berufsverkehr dienende Haltestelle "Biberwil-West" im Industriequartier als Ausgangspunkt der neu zu bauenden Linie zu benützen. Die feste Zusicherung der Durchfahrrechte auf der Industriestichbahn Biberwil Bf – Biberwil-West von seiten der K.f.D.E.G. lag bereits vor.
Im Industriequartier Biberwil-West verlässt dann die neue Bahn das Stadtgebiet durch den 1843 m langen Marderbergtunnel. Durch das romantische Biberntal erreicht die Strecke nach einer engen Kurve den etwas oberhalb der Ortschaft gelegenen Bahnhof Hirschhausen. Die Strasse Hirschhausen-Fuchshöhe wird mit einem Steinbogenviadukt überquert.

Mit Hilfe eines 824 m langen Durchstichs wird schliesslich Bärenfels erreicht. Das Rehbauch'sche Projekt erntete rundum Zustimmung. Nachdem auch die Finanzierung sichergestellt war, konnte bereits im Frühling 1909 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Am 28. Februar 1914 fand die
feierliche Eröffnung statt.